Krachelinchen, das Kleinkind

 

Nun ist es amtlich. Seit heute 9:59 Uhr habe ich kein Baby mehr. Das Krachelinchen ist jetzt ein Kleinkind –  man reiche mir die Taschentücher. Ein Jahr ist sie nun bei uns und erheitert unser Leben.

Sie ist ein kleiner, meist selbstbewusster Mensch. Wenn sie ihren Willen nicht bekommt, dann wird sie richtig sauer und schmeißt auch schon mal Sachen durch die Gegend. Ihr kann so schnell keiner was vormachen: Wenn sie sieht, dass jemand eine Leckerei in der Hand hat, steht sie Gewehr bei Fuß. Das musste auch schon die große Schwester lernen, die ihr leichtsinniger Weise ihr Eis in die Hand drückte und das Krachelinchen wie eine Rakete von dannen zog.

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Überhaupt kann die Kleine mit unerlaubten Sachen wie Stiften etcpp schneller abtauchen und abziehen wie ein Navy Seal im Kampfeinsatz. Da wird sie richtig flink. Oder wenn man sie mal mit etwas überrascht – Sie zuckt zusammen und schmeißt es dann von sich, so nach dem Motto: Ich? Ich hab nix, ich war nix, ich bin gaaar nicht hier..

Bei manchen Entwicklungen lässt sie sich Zeit, bei anderem ist sie gefühlt schneller als die große Schwester. Sie ist auch gefühlt quirliger als das Mini-Göörl, z.B. steht sie für ihr Leben gern im Hochstuhl auf und hampelt da rum. Das hat mir schon einige Herzinfarkte beschert. Ohne anbinden ist da nix zu machen. Das ist besonders problematisch, wenn man auswärts ist und es keine Anschnaller gibt. Ich – und auch der Mann- kann mich nicht daran erinnern, dass das Mini-Göörl so einen Quark machte.

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Der geliebte KinderPöang vom Mini-Göörl fristet auch gerade sein Dasein hinter Gittern, weil ich ihn nicht guten Gewissens stehen lassen kann, da sie immer reinklettert.

Bettstürze gab es gottseidank noch nicht, ich übe ja immer das rückwärts absteigen mit ihr. Nur einmal lief ich angstvoll ins Schlafzimmer, weil ich es rumpeln hörte, da saß sie aber fröhlich lachend neben dem Bett und räumte meinen Nachttisch ab. Training war also erfolgreich.

In den ersten Monaten verlangte sie viiiel mehr Nähe als ihre große Schwester. Sei es beim Einschlafen, was lange Zeit grundsätzlich nur auf oder an mir erfolgte. Oder dem Stillen, von dem Sie sich lange nicht abbringen ließ, obwohl ich schon auf dem Zahnfleisch ging (sie biss und kratzte ständig dabei). Als sie endlich nach 9 langen Wochen den Schnuller genommen hat (auf dem Bild oben war es nur Zufall), habe ich gejubelt. Vielleicht hat sie so manches „ignorieren“ (weil man allein und gerade mit der großen Schwester unabkömmlich beschäftigt war – natürlich nicht stundenlang) kompensiert, das ein Leben als zweites Kind leider mit sich bringt.

Durchschlafen ist bisher nicht so ihr Ding. Ich glaub jetzt einmal im Urlaub war es soweit. In der Nacht wird öfter mal geknörrt. Auch wache Stunden sind dabei, die ich aber zu ignorieren versuche (sie wird nebenbei betüdelt), sie einfach zwischen uns liegt und dann irgendwann wieder pennt. Dafür schläft Madame am Tag bis zu dreimal –  obwohl sich das jetzt wohl langsam auf 2x einpendelt. Im Auto allerdings geht fast immer was 🙂

Dieses Kind ist entweder am Lachen oder am Meckern. Natürlich gibt es Phasen, in denen sie scheinbar grundlos und unaufhörlich weint. Oft ist es dann aber doch irgendwas, wie Schnupfen, Husten, Heiserkeit oder Zähne. Ansonsten wird alles und jeder angegrinst. Und geschäkert, was das Zeug hält. Gerne auch mal mit einem schüchternen Kopfeindrehen – und weiterlächeln.

Sie beömmelt sich über vieles und gniggert dann vor sich hin. Tiere findet sie toll, bei unseren beiden Hunden auch kein Wunder. Die Beiden sind aber glaub ich bedient, wähnten sie sich endlich in Sicherheit, weil das Mini-Göörl nicht mehr ärgerte. Tja, da müsst ihr nochmal durch.

Das Krachelinchen ist eine absolute Schmusebacke. Manches Mal denkt man, sie pennt gleich ein, dabei will sie eigentlich nur kuscheln. Das geht meist auch nur bei/auf mir (zumindest wenn ich dabei bin). Dann drückt sie sich ganz doll an mich. Nach 5-10 Min – manchmal auch 15 min – ist dann genug gekuschelt und sie zieht gestärkt von dannen.

Die Tage hatte unser Kindergarten aufgrund seines Jubiläums einen Tag der offenen Tür. Man konnte in jede Gruppe reinschauen und so nutzten wir die Chance, auch mal in der Krippe zu schnuppern. Nach 1-2 min war das Kind nicht mehr gesehen, sie war mitten drin im Geschehen. Auch als wir dann zum Mini-Göörl rüber sind, stob sie gleich wieder davon und war mitten im Getümmel. Unter Kindern ist das kein Problem, da ist sie sofort dabei.

Anders ist es bei manchem Erwachsenen (selbst aus der eigenen Familie). Da ist sie zögerlich, auch mal abweisend, wenn derjenige sie anspricht oder gar nehmen will/soll . Die Aufwärmphase dauert dann bedeutend länger.

Aktuell übt sie das laufen, der Tisch wird umrundet als gäb es nix anderes. Jedes bewegbare Teil wird vor sich hergeschoben. Und wenn man nicht dran denkt, das man ja noch nicht laufen kann, dann steht sie auch kurz frei. Beim Schwimmen waren wir neulich auch das erste Mal, da ist sie durch das Becken geschwimmkrabbelt als hätte sie nie was anderes gemacht. Eine Wasserratte wie das große Vorbild.

Nur mit dem Reden ist sie genauso „faul“ wie das Mini-Göörl. Außer DeiDeiDei oder Da oder Mamamam kommt noch nicht viel. Was allerdings mit dem Dauersender Mini-Göörl an der Seite auch nicht weiter schlimm ist.

Liebes Krachelinchen: Bleib so quirlig, fröhlich, lebhaft, verrückt, knuddelig wie du bist. Erheitere unsere Tage weiterhin, wie du es im letzten Jahr getan hast.

 

In diesem Sinne mit einem feierlichen Queeeeeeeeen und zaghaft mit dem Händchen winkend.. Tschau Tschau

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Ein Kommentar

  1. UɐɹɟʇɐʞıuU² · Juni 18, 2016

    Geschwimmkrabbelt … sehr sehr süüüüss! Der Rest natürlich auch.

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