ASMR- Einmal entspannen bitte

Diesen Bericht habe ich heute vor einem Jahr begonnen, da saß ich im Wartebereich des Krankenhauses und wartete auf meine Voruntersuchungen für den bevorstehenden Kaiserschnitt zwei Tage später. Da ich in dem Bereich kein Netz hatte mit meinem Tablet, habe ich angefangen zu schreiben. Immer wieder habe ich an diesen begonnenen Post gedacht, aber dann doch wieder vergessen, wie das immer so ist, wenn ein kleiner Mensch (und 1,5 weitere Personen) meine Aufmerksamkeit verlangen.

Vor ein bisschen mehr als einem Jahr habe ich bei Spiegel-Online einen Artikel über das „neue“ Phänomen ASMR (Autonomous Sensory Meridian Response) gelesen. Es ging darum, das bestimmte Geräuschkulissen oder geflüsterte Dialoge zu Entspannung und bei manchen sogar zu einem wohligen Kribbeln auf dem Kopf/am Körper  führen kann.

Dieses Kribbeln ist mir bekannt, da ich das z.B habe, wenn mir jemand etwas in einer bestimmten, ruhigen Tonlage erklärte oder Handgriffe durchführte (also nicht an mir 😉 ). Genauso kribbeln mir die Wangen, wenn ich jemanden live singen höre.. hier ist es aber nicht unbedingt immer wohlig 🙂

Daher fand ich den Artikel ganz interessant (auch wenn ich nicht allen Assoziationen des Textes folgen kann), der sich mit einem sogenannten ASMR-Studio befasste, die das Prinzip der Rollenspiele nutzen.

Ich hab also Youtube aufgerufen und einfach mal geschaut, was es da so gibt. Als erstes wurde mir ein Video vorgeschlagen, in dem ein Mädel diverse Teebeutel knistern lässt. Ich dachte nur: OoooKeee.. witzigerweise stellte sich umgehend das entspannende Kopfkribbeln ein und mit jeder Minute, die ich mir das Video anschaute wurde ich etwas entspannter.

Ich schaute also weiter und fand dann schon recht skurrile Sachen. Mit den Rollenspielen – z.B. Behandlung im Wellnesscenter oder Friseurbesuch – komme ich nicht so klar. Die haben oft so einen kleinen p**o**r**n**o**rösen Touch. Muss man halt schauen, ob das etwas für einen ist.

Ich habe dann die Suche auf Geräuschvideos beschränkt. So fand ich eines, in dem das „Teemädchen“  (ich bemerkte erst später, das es der gleiche Kanal ist und hab mittlerweilen fast alle ihre Videos gesehen) über diverse Kämme und Haarbürsten streicht. Ich bin tatsächlich schon über dem Video eingepennt. Der Mann hat mich auch schon deswegen belächelt, aber wenn es hilft?  In dem SPON Artikel wird diese Technik in etwa gleichgesetzt mit Autogenem Training. Im Grunde hilft mir alles, wo in irgendeiner Art und Weise Geräusche entstehen, z.b. knistern,  tappen, klopfen, rascheln –Es gibt allerdings auch welche mit Mundgeräuschen, die sind äh.. ach lassen wir das 🙂

Das Mini-Göörl fand damals auch gefallen am „Bürstenvideo“, denn sobald wir uns ins Bett gekuschelt hatten zum Einschlafen forderte sie mich auf : Mama, Bürste? Sie lag dann ganz ruhig neben mir, entspannte sich und ist auch einige dabei eingeschlafen. Es beruhigt sie auf die eine oder andere Art. Auch als sie einmal furchtbar am Schreien und heulen war, habe ich ihr zwar nicht das Video gezeigt, aber in ruhigem Flüsterton mit ihr gesprochen, was sie dann ebenfalls schnell zur Ruhe brachte.

Was wichtig ist: Diese Videos sollte man eigentlich nur mit Kopfhörern gucken, da hier geräuschtechnisch Seitenwechsel vorgenommen werden, sprich das linke oder rechte Ohr „angesprochen“  wird. Das ist besonders witzig, wenn man ein Video erwischt, indem eine Ohrmassage simuliert wird. Ich habe dann echt das Gefühl, als wenn einer mein Ohr massiert.

Ich denke mal, bei dem Thema ASMR ist es genauso wie mit der Homöopathie, bei manchen wirkt es, bei manchen nicht. Man muss sich schon ein bisschen darauf einlassen. Mir selber bringt es in der Tat Entspannung, teilweise drifte ich wirklich relativ schnell in den Schlaf ab.

Probiert es mal aus und berichtet mir, was ihr davon haltet. Ich fände das interessant zu erfahren 😉

In diesem Sinne mit einem feierlichen Queeeeeeeeen und zaghaft mit dem Händchen winkend.. Tschau Tschau

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