Themenwoche Feuerwehr: Kinder und Jugendliche in der Feuerwehr

An Tag 4 möchte ich auf eine bei Twitter gestellte Frage von Murmelmama ( @lul2802 ) eingehen. Sie wollte wissen, wie Kinder in der Feuerwehr integriert sind. Ich kann hier jetzt nur von unserer Feuerwehr berichten, denn das wird von Gemeinde zu Gemeinde und von Land zu Land anders geregelt.

In der Stadt Hildesheim haben wir einen Förderverein für die Jugendfeuerwehr  Dieser wollte auch schon für die Kleinen die Feuerwehr zugänglich machen. Das Eintrittsalter bei der Jugendfeuerwehr ist 10 Jahre. Das kann ein feuerwehrbegeistertes Kind manches mal nicht verstehen und schon gar nicht abwarten. Daher gründete der Förderverein die Kinderfeuerwehr Hildesheim, bei dem alle Kinder ab 6 Jahre aus dem Stadtgebiet mitmachen konnten. Schnell kam es zu einem Aufnahmestopp, denn es wollten einfach zuviele mitmachen.

Ich stieß 1999 dazu – neben den ganzen anderen Feuerwehraktivitäten, die ich ja schon inne hatte. Es war ein recht quirliger Haufen und schwer zu bändigen. Es wurde gebastelt und auch mal eine Ralley gemacht. Feuerwehrtechnisches war schwierig, weil das dann doch etwas aufwendiger ist. So eine Schlauchkupplung tut ganz schön weh,wenn die in einem unbedachten Moment durch die Luft fliegt. Sogar einmal gezeltet haben wir – also die Kinder.. da noch zwei Kinder spontan dazu kamen, war für mich kein Platz mehr und ich legte mich neben das Lagerfeuer. Gottseidank war es trocken. Ich schrak nur morgens um 5 Uhr auf, als ich mich beobachtet fühlte (ihr wisst schon, Nackenhaare und so) und als ich die Augen öffnete, saß ein Mädel nur wenige Zentimeter vor mir. Auf meine Frage, was sie denn da mache sagte sie nur: Ich wollte dir beim Schlafen zusehen 🙂

Durch den Umzug 1999 nach München fiel das weg, was die Kinder meinem Mann seeeehr übel nahmen. Als wir 2000 am Jugendfeuerwehr-Zeltlager teilnahmen (mit Schlafplatz für jeden) wurde er immer mit bösen Blicken bedacht. Da es dann im weiteren Verlauf an der Betreuungspersonal fehlte, wurde die Kinderfeuerwehr leider aufgelöst.

Aus versicherungstechnischen Gründen war die Kinderfeuerwehr damals nur über den Förderverein zu realisieren. Durch eine Gesetzesänderung (schlagt mich bitte nicht auf den Zeitpunkt fest) war es vor einigen Jahren dann den Freiwilligen Feuerwehren möglich eine Unterabteilung Kinderfeuerwehr zu gründen. Hier wird auf spielerische Art der Feuerwehrdienst geübt, es gibt auch eine Nassübung (siehe hier)

Im Stadtgebiet haben auch diverse andere Ortswehren eine Kinderfeuerwehr gegründet und haben regen Zulauf.

Wenn die Kinder dann 10 Jahre sind, können sie in die Jugendfeuerwehr wechseln. Neben Theorie, sprich Feuerwehrsachkunde gibt es auch die praktische Ausbildung. Z.B. für Wettkämpfe, an denen die Jugendfeuerwehren teilnehmen. Aber auch der Spaß kommt nicht zu kurz. So gibt es Spieleabende, es wird Bowlen gegangen und die Zeltlager stehen auf dem Plan. Alle zwei Jahre gibt es ein großes Zeltlager, das von der Stadtjugendfeuerwehr ausgeführt wird und alle Jugendfeuerwehren der Stadt zusammenkommen. Ich hatte ja vom aktuellen Pfingstzeltlager berichtet . Es gab aber auch schon Fahrten nach Frankreich – Angouléme und Rochefort – zu unseren Partnerfeuerwehren. Oder nach Wetterzeube zu unserer ostdeutschen Partnerfeuerwehr.

Ich selber kam mit 11 Jahren in die Jugendfeuerwehr. Mein Vater setzte meine Schwester und mich damals beim Feuerwehrhaus ab. Ich hatte so gar keine Lust. Tja, ich bin dann als einzige bei der Feuerwehr hängen geblieben (als dritte aktive Generation der Familie) und habe bis vor ca. 4 Jahren aktiv mitgemacht. Aufgrund von blöden Arbeitszeiten, aber auch fehlendem Interesse habe ich dann aufgehört. Natürlich vermisst man die Kameradschaft mit den anderen. Aber irgendwann war es auch gut. Das Mini-Göörl ist mittlerweilen auch schon vollinfiziert und freut sich jedes Mal wie Bolle, wenn der Papa sie zur „Feufer“ mitnimmt.

Mit frühesten 16 Jahren kann man dann in die aktive Feuerwehr übertreten. Dazu ist eine mehrtätige Ausbildung mit den Grundlagen erforderlich, in Theorie und Praxis. Die Ausbildung endet mit Prüfungen in beiden Bereichen. In den folgenden zwei Jahren müssen dann über ein Heft noch weitere Ausbildungsdienste „belegt“ werden. In dieser Zeit ist man Feuermann/-frau-Anwärter. Über weitere Lehrgänge kann man sich entsprechend weiterqualifizieren, z.B. Funklehrgang, Maschinist, Atemschutzgeräteträger etc.

Für die Verteilung der Lehrgänge der freiwilligen Feuerwehr ist der Queenbändiger zuständig. Das macht mich leider oft zur Strohwitwe. Vor allem am Wochenende.

Es kam auch die Frage nach dem Einstieg in die Berufsfeuerwehr auf. Dazu kann ich leider nicht viel sagen, da das von Land zu Land unterschiedlich gehandhabt wird. Generell ist es von Vorteil, wenn man einen technischen Beruf vorab erlernt hat. Die meisten Berufsfeuerwehrmänner /-frauen die ich kenne, haben schon einen Beruf und in dem teilweise auch erstmal gearbeitet. So ist eine Freundin von mir gelernte Augenoptikermeisterin und ist jetzt aktuell in der Ausbildung bei der BF.

Weitere Informationen zum Einstieg als Berufsfeuerwehrmann findet ihr hier

In diesem Sinne mit einem feierlichen Queeeeeeeeen und zaghaft mit dem Händchen winkend.. Tschau Tschau

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