Themenwoche Feuerwehr: Brandschutzerziehung

An Tag 3 meiner Themenwoche möchte ich Euch ein bisschen über das Thema Brandschutzerziehung in Kindergarten und Schule erzählen.

Es war 1998/99 da wurde ich quasi als Brandschutzerzieherin abgestellt von meiner Feuerwehr. Ich war erst mäßig begeistert, denn nach aktiver Wehr, Jugendfeuerwehr und Kinderfeuerwehr noch eine Baustelle, puhh. Trotzdem ging ich zu der Schulung, die dann doch sehr interessant war. An die Einzelheiten kann ich mich ehrlich gesagt nicht mehr erinnern. Die Gruppe setzte sich zusammen aus Kameraden (ich verwende nur diesen Begriff, auch wenn Mädels dabei waren/sind) von der Freiwilligen Feuerwehr und der Berufsfeuerwehr.

Speziell für die Brandschutzerziehung wurde ein Arbeitskoffer angeschafft, mit dem man dann Unterricht im Kindergarten oder der Schule vornehmen kann. Enthalten ist allerlei Material in dem den Kindern die verschiedenen Beschaffenheiten von brennbarem Material nahegebracht werden. Mit einigen Kameraden haben wir auch eine Theaterstück eingeübt, bei dem zwei Kinder kokeln, dann aber die Feuerwehr rufen.

Ich habe einen einzigen Unterricht in einer dritten Klasse über 90 min gemacht. Ich war danach sowas von alle sag ich Euch. Eine meiner ersten Fragen war, wer denn schon mal gekokelt hat und bat die Lehrerin Augen und Ohren zuzuhalten, damit die Kinder sich trauen, sich zu „outen“. Und wer hatte als erstes die Hand oben? Die Lehrerin. Ich hatte in der „Ausbildung“ schon eine Kontroverse ausgelöst, als ich sagte: Ich werde den Kindern nicht sagen, dass sie niemals ohne Eltern kokeln sollen. Denn mal ehrlich: Wer geht zu seinem Kind und sagt, lass uns mal mit Feuer spielen? Oder geht bereitwillig mit, wenn das Kind mit Streichhölzern ankommt? Man verbat mir quasi, das den Kindern zu sagen.

So habe ich den Kindern aber trotzdem gesagt: Wenn ihr kokelt, was ich nicht hoffe, dann macht es dort, wo ihr im Ernstfall schnell Hilfe holen könnt. Und macht das niemals, niemals im Wald oder an einem Feld, auf dem Korn steht.

Neben dem Kokeln wurde auch das Thema Brandfall angesprochen, wie man sich zu verhalten hat.

In dem Koffer ist auch ein Spieltelefon, an dem man den richtigen Anruf bei der Feuerwehr üben kann. Dort wurden dann die 5 „W´s“ eingeübt.

Wer ——— meldet? —————- Name und Adresse des Kindes
Wo ———- ist es passiert? ——– Ort, Straße, Hausnummer
Was ——— ist passiert? ———– Feuer, Unfall
Wie ——— ist die Situation? —— Verletzte Personen
Warten —- auf Rückfragen! ——– Was sagt der Feuerwehrmann

Einen kleinen Fehler habe ich gemacht, als ich den Kindern erklärte, das ein Feuerwehrmann unter Atemschutz sich anhört wie Darth Vader. Da war erstmal 10 min nicht mehr an Unterricht zu denken, weil alle durcheinander plapperten und was zu StarWars zu erzählen hatten.

Im praktischen Teil zeigte ich dann, wie schnell eine Gardine brennt und noch diverse andere Materialien. Auch das Streichholz zünden war dabei. Es gab tatsächlich ein Mädchen, was noch nie ein Streichholz angezündet hat (sie durfte wohl selbst unter Aufsicht nicht) und das entsprechend unsicher war. Allein dafür hat sich der Unterricht gelohnt.

Die Brandschutzerziehung meinerseits ist dann allerdings eingeschlafen, weil ich Ende 1999 mit dem Queenbändiger nach München zog. Dort waren wir 2,5 Jahre beide Feuerwehr abstinent. Als ich dann wiederkam passte das Konzept leider nicht mit meiner Arbeitszeit zusammen und ich habe das Thema nicht weiter verfolgt.

Dennoch ist das Thema wichtig, vor allem dadurch, dass durch Mini-Göörl es wieder relevant für mich wird. Die Brandschutzerziehung wird hier in Hildesheim teilweise auch durch Studenten der Uni Hildesheim ausgeführt. Hierfür gab es einen Aufruf durch unseren Stadtbrandmeister, der somit die Kameraden etwas entlasten wollte, die, wenn sie Unterricht machen wollen dafür extra Urlaub benötigen. Denn es handelt sich eben immer noch um ein Ehrenamt.

Auf der Seite des Landesfeuerwehrverbandes Bayern findet ihr viele Links zur Brandschutzerziehung, die ihr auch selber mit den Kindern machen könnt. Diese Seite habe ich damals auch schon viel genutzt.

Wenn ihr wissen wollt, ob Brandschutzerziehung bei Euch angeboten wird, wendet Euch entweder an die Berufsfeuerwehr oder an die Ortsfeuerwehr.

Ich hoffe, ich konnte Euch das Thema etwas näher bringen.

Aus gegebenen Anlass möchte ich Euch noch auf die Seite von Paulinchen- Initiative für brandverletzte Kinder e.V.  hinweisen. Nachdem das Mini-Göörl neulich urplötzlich die Hand am Grill hatte und sich die Handinnenfläche verbrannte ist das Thema hier gerade aktuell. Sie erzählt nach wie vor davon, dass es heiß war.

Denn wir wissen ja alle, wie flink unsere kleinen Racker sind, wenn man mal eben nen Schluck Kaffee oder Tee trinken möchte und ein Händchen zupatscht.

In diesem Sinne mit einem feierlichen Queeeeeeeeen und zaghaft mit dem Händchen winkend.. Tschau Tschau

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