Der Pessoptimist in mir

Eigentlich hatte ich nicht vor, darüber zu schreiben, aber die Nachricht vom Tod von Robin Williams ließ mich überlegen, ob mir sowas auch passieren könnte. Ich sage ganz klar: NEIN.

Ich bin ein Pessoptimist. Ihr denkt jetzt bestimmt: HÄH?

Wenn etwas unvorhergesehenes passiert, was eventuell mein Leben durcheinander wirbelt – wirbeln könnte-, dann gehe ich erstmal zu Boden. So richtig schön mit: Oh nein, das wird nie was, wie sollen wir das bloß alles hinkriegen. Dann verkrieche ich mich auch mal unter der Bettdecke, rede auch mal nen ganzen Tag nicht mit dem Queenbändiger. Wenn ich genug „Mimimi“ hinter mir habe, fängt ein Denkprozess an, der mich tausend Eventualitäten durchgehen läßt. Situationen gegenrechnen läßt.

Dann beginnt der Aufstieg. Meist mache ich dann wieder den ersten Schritt auf den Queenbändiger zu und bringe ihm meine Ideen/Gedanken nahe. Er schüttelt oft erstmal mit dem Kopf, bittet um Bedenkzeit und kommt dann seinerseits mit Ideen. Und dann gehe ich gestärkt und (meist) mit geradem Rücken aus dieser Situation heraus.

Wir haben einige solcher Situationen hinter uns, auch wenn sie in den letzten Jahren gottseidank stark abgenommen haben. Zu einem bestimmten Zeitpunkt hat der ganze Prozess auch einige Monate gedauert, aber es hat sich gelohnt. Manchmal war es dunkel, aber nie so sehr, dass man sich Sorgen machten musste.

Oft hört man ja auch, ohh, ich bin kurz vor dem BurnOut. Ich kenne einige, die das erlebt haben und denen es richtig schlecht ging/geht und dann überdenke ich mein Seelenleben (und was dazu gehört) und stelle fest, dass es mir doch recht gut geht. Ich möchte hiermit betonen, dass ich diese Krankheit ernst nehme und nicht verharmlosen möchte, aber es neigen heute doch viele dazu, diesen Begriff missbräuchlich zu verwenden, wenn es Ihnen „mal“ schlecht geht.

Andererseits habe ich auch mit dem Queenbändiger geschimpft, als er mir neulich erzählte, das er bei der Arbeit ne harte Zeit hatte, mich aber nicht belasten wollte (dazu kam Renovierungen und seine Aufgaben bei der Feuerwehr). Das geht nicht und dafür hat er einen Rüffel bekommen. Dann werde ich lieber belastet, als das er mir zusammenbricht und dann gar nicht mehr zur Verfügung steht.

Wenn MIR alles zuviel wird, dann nehme ich mir auc h mal Auszeiten, auch wenn sie manchmal nicht angebracht sind. Ich kann konnte stundenlang im Bett liegen und vor mich hindrömmeln, einfach an die Decke schauen – jetzt geht das leider nicht mehr so lange. Eigentlich nur, wenn ich drauf warte, dass das Mini-Göörl aufwacht. Dann denke ich an Gott und die Welt, träume auch mal vor mich hin. Ich kann aber auch so mal gut vor mich hingammeln

Diese „Auszeiten“ sind auch mein persönlicher Untergang in Bezug auf meinen Haushalt. Eigentlich habe ich ja zu tun, eigentlich muss das jetzt unbedingt fertig werden, aber dann finde ich doch wieder etwas, was mich ablenkt (jetzt fast immer, was wunder: das Mini-Göörl) und schwupp, ist mein eingeplantes Zeitfenster dahin. (Unter Zeitdruck funktioniere ich allerdings nahezu perfekt und just in Time, was auch gut tut). Aber diese Momente holen mich runter und beruhigen mich. Und sollte es ganz schlimm werden, dann gehe ich im Geiste auch mal wandern: auf den Breitenstein aus unserem Urlaubsort Fischbachau.. da gehe ich dann über den Gipfel und lasse den Blick schweifen. Das habe ich während des Kaiserschnittes gemacht zur Überbrückung, bis ich endlich bei dem Mini-Göörl bin. Einfach zur Beruhigung (obwohl ich recht entspannt war). Als der Narkosearzt fragte wie es mir geht, sagte ich, ich wandere.. Ich glaub der dachte, das er mir ein bisschen zuviel von der Narkose gegeben hat.

Wenn ich recht überlege, habe ich das länger schon nicht gemacht, sondern an die ersten Tage mit dem Mini-Göörl gedacht. Komisch, wie sich das alles verschiebt

Was auch dazu gehört, ich habe einen ganz starken Galgenhumor. Der kann mir manchmal Probleme bereiten. So wurde mir glaub ich damals nicht die Trauer um meine Oma abgenommen, denn ich lachte ja bei der Arbeit (aber der Arbeitgeber war auch *hier beliebiges Schimpfwort einfügen*). Oder als ich im Januar im Krankenhaus lag und nach meiner fast Ohnmacht relativ schnell wieder Witze gemacht habe, als man den Zugang nicht legen konnte. Aber das gehört für mich zusammen. Ohne das geht es mal gar nicht.

Also immer schön pessoptimistisch denken..

In diesem Sinne mit einem feierlichen Queeeeeeeeen und zaghaft mit dem Händchen winkend.. Tschau Tschau

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