Muttertag

Heute ist Muttertag.

Mein zweiter als Mama, der 36.te als Tochter. Meine Mutter sagt immer wieder, das sie eigentlich nichts haben möchte und trotzdem kommen wir immer wieder mit Blumen oder anderem Gedöns an. Früher als Kind war das einfacher 🙂 Da hat man standardmäßig im Kindergarten oder der Grundschule was gebastelt. Später dann kamen dann die obligatorischen Gutscheine für wasweißichwas –Sachen (kann mich wirklich nicht dran erinnern), die dann doch nicht eingelöst wurden. Oder Frühstück ans Bett, wozu dann hinterher das aufräumen gehörte.. Nicht von uns, sondern meiner Mutter..

Statt Blumen:

Wir hatten nicht immer eine gute Zeit, da sind schonmal verbal Sachen hin und her gegangen, die nicht schön waren. Ich muss zugeben, ich war ein typischer vollpubertärer Teenager mit allen Spirenzchen. Ich glaube ich habe auch mal in jüngerer Zeit gehört, das ich diesbezüglich die schwierigste war (bei vier Mädels). Kann ich mir gar nicht vorstellen. *Hust*

Mit 21 Jahren bin ich dann ausgezogen, relativ plötzlich (meine jüngeren Schwestern sind knapp 3 Monate vorher ausgezogen), da der Queenbändiger eine Stelle in München bekommen hat. Frischverliebt (wir waren 4 Monate zusammen) ging ich also mit. Sie hat wohl kurz gestutzt, aber mich nicht abgehalten- obwohl ich gerade einen Festvertrag bekommen habe – Ich erinnere mich, das ich trotz meiner seit drei Jahren bestehenden Volljährigkeit zusammengefaltet wurde, weil ich nicht bekanntgegeben habe, das ich aushäusig übernachte, in den ersten Tagen mit dem Queenbändiger – Das ist alles innerhalb von ich glaube 3 Wochen gelaufen. Erst da wurde es besser. Die räumliche Trennung von knapp 600km hat uns diesbezüglich sehr gut getan. Es war wie ein Schalter, der umgelegt wurde.

Es wurde telefoniert und auch der ein oder andere Brief kam in München an.

Auch als wir wieder zurück nach Hildesheim zogen war sie auf eigenen Wunsch da zum „Besenrein machen“ und weil sie nicht mehr schlafen konnte, fing sie halt morgens um halb acht an Fenster zu putzen 🙂  Bei der „Pinkel-Party“ vom Mini-Göörl übernahm sie mit meinem Vater das „Catering“ und leistete mir später Gesellschaft (das Mini-Göörl war etwas ungnädig, weil überfordert mit der Masse der Gäste). So brauchte ich mich nicht grämen, weil alle Freunde im Partykeller hockten und ich allein blieb.

Wenn man Hilfe braucht, dann ist sie da. Sofern sie es zeitlich einrichten kann, steht sie auf der Matte. Sei es bei uns oder meinen Schwestern. Wenn es auf Reisen geht, braucht man keine Angst zu haben, das man verhungert (es gibt ein Video von einer Zugfahrt, wo man mich Überfallartig in München zum Geburtstag überraschen wollte und auch tat, da passte kein Blatt mehr auf den Tisch im ICE).. Kuchen wird grundsätzlich angeboten, wenn es eine Geburtstagsfeier auszurichten gibt.

By the way: Ihr Zuckerkuchen ist der Hit. Mit Schmand oben drauf. Da geht das Gerangel schon in der Küche los. Oft kommen die besten Stücke schon nicht mehr im Esszimmer an, weil vorher das Kuchenblech geplündert wird.

Auch wenn sie mal nicht präsent ist, ist sie trotzdem da. Als man mir `97 die Weisheitszähne zog und ich zum aufwachen zurück ins Zimmer geschoben wurde, sagten mir die Schwestern, das meine Mutter sich mehrmals erkundigt hat, ob ich fertig bin. Oder als ich jetzt meine Episode hatte mit der Gallenblase.

Im Januar, als ich das mit den gelben Augen feststellte und wir nachts in KH gefahren sind, wurde das Mini-Göörl ohne Kommentar übernommen und sogar bis 4 Uhr morgens Tinkerbell geguckt, da sie nicht wieder schlafen wollte.

In einer etwas schwierigen Zeit vor einigen Jahren bekam ich eine SMS, das ich an diesem Tag noch bei ihr zu erscheinen habe. Obwohl vorher gesagt wurde, das ich mich nicht dazu äußere. Sie bestand darauf und wir redeten. Im nachhinein war ich froh darüber (auch wenn sich anfangs alles in mir gesträubt hat, weil ich über das Thema nicht reden wollte), das man sich mal (fast) alles von der Seele reden konnte.

Auch das wir 2007 heimlich geheiratet haben (wir sind damals in unserem Urlaub durchgebrannt und haben in Bayern standesamtlich geheiratet) war sie uns nicht böse. Sie hat zwar ins Telefon gekreischt, war aber (so habe ich mir sagen lassen) wohl ganz glücklich darüber. Das bekräftigte sie auch nochmal bei der kirchlichen Trauung (die Schwiegermutter hat es uns bis heute nicht wirklich verziehen und der Schwiegervater sprach es bei seiner Rede an, das die Mütter unzufrieden damit waren, was von ihr mit einem „NEIN,STIMMT NICHT“ quittiert wurde)

Wenn es um ihre Kinder geht, dann schreckt sie auch nicht davor zurück mal nen Regenschirm zu schwingen oder mit ner leeren Colaflasche hinter mir herzurennen, um diese gegebenenfalls zu meinem Schutz zu verwenden 🙂 – es gab leider auf dem letzten richtigen Weinfest hier im Dorf eine Prügelei, in der ich nur schlichtend unterwegs war, sie meinte aber, sie müßte mir vielleicht den Rücken freihalten 🙂 Oder sie stellt sich vor eine Person und droht ihr ggf. an Stellen wehzutun, die man noch gebrauchen könnte, wenn sie sich nicht fernhält. Sie ist zwar im Sternzeichen Wassermann, aber da kommt dann die Löwenmutter heraus 🙂

Auch in ihrer „Tätigkeit“ als Oma hält sie sich (meistens) an die Regeln 🙂 Nicht immer, aber meistens hört sie auf unsere Vorgaben, auch wenn sie manchmal kleine Rebellionen wagt (ja, wir kriegen das mit). Sie ist nicht immer einverstanden bzw. schüttelt mit dem Kopf („wie haben wir das früher nur gemacht?“ kommt dann auch gerne mal) ABER: Sie akzeptiert es. Das ist leider nicht selbstverständlich in meiner Familie (also auf der anderen Seite).

Und was ich nie für möglich gehalten habe (damals in meiner Sturm-und Drangzeit), wir haben sogar das gleiche Hobby. Das Nähen. Sie schon einige Jahre länger, ich kam später durch ein Buch was ich las dazu. So sind wir schon gemeinsam über den Stoffmarkt in Hannover gezogen oder schieben uns die Nähbücher hin und her. Oder ich spame sie mit Links zu kostenlosen Nähanleitungen zu.

Der Text ist jetzt etwas anders geworden, als ich ihn gestern bei meiner ersten Idee im Kopf hatte (ich sollte solche Sachen vielleicht doch zeitnah festhalten), vielleicht hie und da auch etwas hölzern 🙂

 

Was ich mit diesem Text sagen möchte:

DANKE FÜR ALLES

Alles Gute zum Muttertag

Bild

Na gut, kriegst doch noch welche 🙂

In diesem Sinne mit einem feierlichen Queeeeeeeeen und zaghaft mit dem Händchen winkend.. Tschau Tschau

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Ein Kommentar

  1. Kathrin · Mai 11, 2014

    Sie begleitet einen auch ganz spontan im Zug nach Göttingen, nur um dem „auswandernden“ Kind beim Umsteigen zu helfen! Oder bringt eine Packung Frühstücksflocken in die Wohnung der aus Liebeskummer hungernden Tochter, damit sie etwas isst.

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