Jetzt aber

Montag war ich wieder im Krankenhaus. Hatte meinen Termin für eine weitere ERCP

Die drei Monate waren rum, nach denen ich mich nochmal im Krankenhaus melden sollte. Am Donnerstag letzter Woche hatte ich die Voruntersuchung mit Blutabnahme und dem Gespräch mit dem Arzt. Der nannte mir dann die drei Optionen: Stent raus, wenn Steinchen drin, dann gibt es nen neuen, der in drei Monaten dann wieder raus muss; neuer Stent, der nach 10 Tagen abgeht (hab vergessen, wann ich das kriegen sollte) oder Stent raus, fertig.Er meinte dann, das die Chance, das er rauskommt 80% beträgt. Das fand ich schon mal gut.

Was mich nervt ist, das man jedes mal wieder seine ganze Lebensgeschichte erzählen muss. Auch wenn es ein Krankenhaus ist, sollte es doch möglich sein, das sie das wie ein Hausarzt als Akte vorliegen haben. Zumal sie mich ja erneut einbestellt haben. Aber nein, den ganzen Schmarrn von vorn. Die Blutabnahme ging dank meiner Vorbereitungen wunderbar schnell (ordentlich getrunken und Armstulpen angezogen). Man lernt ja dazu.

Montag morgen um 9 Uhr sollte ich dann dasein, mein Vater holte mich ab, da der Queenbändiger keinen Urlaub nehmen wollte. Das Mini-Göörl nochmal in die Babyschale gepackt (auch mit 20 Monaten passt sie da noch rein), da mein Vater nur einen vorwärtsgerichteten Sitz hat und das Mini-Göörl so um die 9 kg rumwabbert und mir das einfach zu unsicher ist. Unser Reboarder hätte nicht in sein Auto gepasst. Auf der Fahrt ins Krankenhaus hat er sich erstmal vertan, weil er gedanklich immer bei dem anderen Krankenhaus war. Da ich aber gerne immer etwas eher da bin, hatten wir noch genug Zeit.

Dort angekommen musste ich mich nochmal anmelden und bekam mein Armband, damit man mir nicht ausversehen den Blinddarm rausholt. Auf der Station musste ich dann auch nicht lange warten und kam auf mein Zimmer- und niemand war drin.. Yeahh.. Ich richtete mich dann ein und wartete dann auf den Eingriff. Durfte dann auch wieder ein schickes Hemdchen anziehen , was dann etwas luftig wurde. Also dick eingemummelt und dann kamen sie um 10 Uhr und fuhren mich raus.

Trotz meiner Vorbereitungen waren meine Venen nicht bereit, die Braunüle anzunehmen. Der erste Versuch in der Hand ging schief, also mussten sie in die Armbeuge stechen. DAS IST FIES..

Ich wurde dann auf den Tisch gelegt in einer sehr unbequemen Lagerung, wovon ich aber nicht mehr lange was mitbekam, denn man schickte mich schnell ins Land der Träume. Ruckizucki war ich dann wieder da und gleich die erste Frage an die Schwester: UND? Die Antwort erfreute mich dann besonders: ER IST RAUS!! Beruhigt nickte ich dann wieder ein und schlummerte noch etwas auf meinem „Einzelzimmer“. Ich wurde ordentlich betreut und musste dann nochmal Blut geben.. Als dann die Ergebnisse vorlagen bekam ich einen Fencheltee – das ist wie Champagner nach einem dreiviertel Tag ohne Trinken.

Nachdem ich dann noch meine Infusion los wurde, bin ich etwas jammerig geworden, denn die Braunüle saß so Be….., das jede kleine Bewegung weh tat. Die eine Schwester meinte sie könne die Braunüle ziehen, was ich aber erstmal noch vermeiden wollte. 20min später bat ich dann aber doch drum, was die andere Schwester dann aber mit dem Hinweis : Aber wenn sie Fieber bekommen.. quittierte. Ich meinte dann aber, ich habe nie Fieber bekommen nach den Eingriffen und von daher wird schon nix passieren (und betete, dass das auch diesmal so ist). Was für eine Erleichterung.

Ich hatte mir ja den Tolino mit neuen Büchern bestückt, weil ich mich auf zwei Tage eingestellt habe, aber irgendwie hatte ich keinen Nerv, zu lesen. Also habe ich den Nachmittag damit verbracht fern zu sehen. Um 17 Uhr bekam ich dann mein Abendbrot. Ich war ja von den letzten Malen auf Aufbaukost, also Zwieback und etwas Brühe eingestellt. Aber nein, es gab ein Festmahl. Eine leckere Suppe, zwei Scheiben Weißbrot und nen Joghurt (zwar Kirsch, aber man nimmt, was man kriegen kann)

Gegen halb sechs kamen dann auch meine beiden Herzstücke und ich war etwas abgelenkt. Da es aber schon recht spät war und das Mini-Göörl nur mit KiKa ruhig zu stellen war, schickte ich dann beide nach Hause.

Nachdem ich dann noch meine beiden Serien geschaut habe, legte ich mich dann gegen 21:45 Uhr zur Ruhe, so gut das halt in nem fremden Bett geht. Dabei genoß ich den Luxus alleine zu sein. Kein Schnarchen, kein Jammern von Bettnachbarinnen jenseits der 80. Das war meine größte Sorge, das ich wieder so jemanden mit im Zimmer habe.

Man sagte mir am Montag schon, das ich wohl am Dienstag um 8:00 Uhr gehen könnte. Dafür würde man mich dann um 5:30 Uhr zu Blutabnahme wecken, damit die Werte pünktlich da sind.

Tja, was soll ich sagen. Ich bzw. meine Venen waren wieder sehr schwäbisch eingestellt. Am rechten Arm kam zwar was, aber nur nachdem sie quasi den Arm gemolken hat. Es reichte leider nur für ein Röhrchen. Dann versuchte sie es auf der linken Seite, meinte sie, sie merkt das sie drin ist, aber die Vene würde zuklappen. Auch der zweite Versuch blieb erfolglos. Die gute Frau nahm dann eine gaaaaaanz böse Stelle. Handgelenk innen. Gaaanz böse. Und schmerzhaft. Sehr schmerzhaft. Das Handgelenk tut immer noch weh und leuchtet gerade in den schillernsten Farben. Sie gab dann auf, denn an die Füße wollte sie nicht gehen. Kurz danach kam ihre Kollegin, die dann auch ins Handgelenk ging, diesmal rechts, was nicht so weh tat. Gott sei dank. Vielleicht lag es daran, das ich in der kurzen Zeit dazwischen schnell drei Gläser Wasser runter gestürzt habe. Sie war erfolgreich und ich war entlassen.

Um 7 Uhr bekam ich dann nochmal ein Frühstück, was nicht ganz so lecker war, aber immerhin. Um 20 vor 8 Uhr kam dann die Ärztin und meinte : Tschüß!

Ich stellte noch einige Fragen. So wollte ich wissen, ob denn nochmal Steine auftreten können. Sie meinte dann, da sich die Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit nicht ändert und ich schon welche gebildet habe, kann es natürlich wieder auftreten. Da sie aber bei der ersten ERCP bereits die Papilare aufgeschnitten haben, werden diese einfacher ausgespült werden. Da die Gallenblase raus ist, haben sie jetzt keine Möglichkeit mehr sich zu sammeln.

Musste dann nochmal kurz auf die andere Station, um offiziell entlassen zu werden und dann wurde ich abgeholt vom Queen-Bändiger. Das Mini-Göörl hat das größte Grinsen aufgelegt, was ich jemals bei ihr gesehen habe. Das war das beste am gestrigen Morgen. Der Queen-Bändiger setzte mich dann zuhause ab und machte sich dann mit dem Mini-Göörl auf den Weg zum „Bewegte Kinder“, wo der letzte Termin für diesen Kurs war. Ich nahm mir dann noch eine kleine Auszeit.

Ich bin jetzt einfach mal optimistisch bezüglich der Gallensteingeschichte. So, nimm das Universum. Irgendwann muss doch mal Schluß sein. Pah, wäre doch gelacht.

In diesem Sinne mit einem feierlichen Queeeeeeeeen und zaghaft mit dem Händchen winkend.. Tschau Tschau

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