Eine Harzwanderung.. oder wie ich fast zur Witwe wurde

Da die Wettervorhersage für den letzten  Sonntag ja mehr als bombig war, entschied der Queen-Bändiger, das wir in den Harz fahren, um weitere Stempel in den Wanderpass der Harzer Wandernadel eintragen zu  können.

Die Wahl fiel entweder auf die Granetalsperre oder eine Tour bei Buntebock. Wir bzw. er entschied sich für letztere Tour.

Das „Drama“ begann, das er erstmal nicht genau wußte, wohin er muss. Aus Kostengünden hatte der Gute sich nämlich bei der Auswahl des aktuellen Autos gegen eine Navigation entschieden, was sich jetzt rächte. Mit ner guten halben Stunde Verspätung kamen wir doch noch an.

Irgendwie fehlte mir der Flow zum wandern. Warum auch immer hat mich das am Anfang mit der Fahrerei komisch gestimmt. Naja, wir sind dann also losgetrabt. Das Mini-Göörl hat dann auch revoltiert, weil sie natürlich laufen wollte. Als der Weg etwas besser wurde (der Beginn war seeehr matschig) ließen wir sie also frei.. das war kontraproduktiv.

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Ich bin einen Teil mehrmals gelaufen, denn sie hat den Drang immer genau in die andere Richtung zu laufen. Ausserdem gab es soviel Dreck in dem man wühlen kann und dann erst die tausend Stöcker.. Dabei stellten wir auch den „schlechten Einfluss“ durch ihren Lieblingscousin P. fest. Da wurden die Äste dann mal zu nem Lichtschwert (mit entsprechender Geräuschkulisse) oder zu einer Schußwaffe ..

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Nachdem das Mini-Göörl unter Protest in ihre Karre verfrachtet wurde (man will ja auch vorwärts kommen) haben wir dann auch schnell die erste Stempelstelle erreicht. Da gab es dann Leckerlies und Wasser für die Hunde.  Der Queen-Bändiger suchte derweil den weiteren Weg.

Es ging dann also weiter… bis wir an einer Wiese/Lichtung/whatever ankamen. Es bestand die Möglichkeit links, rechts oder geradeaus über die Wiese.. nach mehrmaliger Kartenstudie entschied er, das wir links gehen.

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Ein Weg war noch zu erkennen und man kam mit der Karre (ein sehr geländegängiger dreirädiger Buggy) ganz gut durch. Wir kamen dann erneut an einer weitläufigen Wiese an, von der man einen traumhaften Blick hatte und es war wunderbar warm da oben.

Dann ging der Weg bergab.. und meine Stimmung auch.. der Queenbändiger blickte schon öfter auf die Karte, meinte aber: Jaja, passt schon, wir sind richtig.. Der Weg wurde holpriger, wurzeliger und war dann nicht mehr als Weg zu erkennen. Dazu wurde es immer steiler und selbst die Hunde waren am jammern, weil es ihnen anscheinend nicht geheuer war und sie über Brombeeren laufen mussten. Ich war durch und ließ es den Herrn Gemahl mehr als einmal wissen. Das letzte Stück (also der Übergang zum nächsten Weg von ca. 3 m Länge) hatte dann bestimmt schon ne 45° Neigung.  Das Mini-Göörl störte das Gottseidank alles überhaupt nicht, denn sie war auf der oberen Wiese schon eingeschlafen.

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Als wir dann also auf diesem Waldweg standen, zeigte er nach unten (es ging da noch weiter runter) und meinte: Auf diesen Weg müssen wir!! Alter.. habe ich gepumpt.. Wir folgten also dem Weg, denn er meinte, das wir von da aus dann auf den Weg kommen, wo wir eigentlich hin wollten.. Theoretisch..

Wir sind nämlich auf einem Rückeweg gelandet, der auch entsprechend aussah. Mehr als einmal dachte ich, das gleich die Achse vom Wagen bricht.

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Ich dachte laut über Scheidung und auch Gattenmord nach, während wir also mit permanentem Blick auf den Boden unseren Pfad suchten.  Und tatsächlich: Es kam einen Schneise, bei der wir dann auf besagten Weg kommen sollten. Nur war der so aufgewühlt von den Waldfahrzeugen, das war schon ein hartes Brot.

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Als wir endlich wieder festen Boden unter den Füßen hatten, konnten wir dann den zweiten Stempel unser eigen nennen. Und somit den Erwerb der silbernen Wandernadel – Yeah..

Ich war immer noch etwas stinkig, ließ es ihn selbstverständlich auch weiterhin wissen (hey, ich bin einen Frau, ich darf das).. 🙂 So waren wir dann auf dem Rückweg. Gute 4km standen uns bevor, das Wetter war schön und ich beruhigte mich wieder, so das ich auch wieder nette Worte für meinen Göttergatten finden konnte. Auch die Umgebung konnte ich wieder genießen.

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Leider war uns beiden nicht bewußt, das der Rückweg fast nur bergauf von statten geht. Ich muss dazu sagen, ich hasse nichts mehr, als bergauf zu gehen. Wenn ich weiß, ich muss irgendwo raufkraxln, dann vergeht mir schon die Lust. Das ist allerdings insofern blöd, weil ich gerne in den Bergen unterwegs bin (oder im Harz). Als das geschafft war, wartete ich am Ausgang unseres Weges, während der Queen-Bändiger mit den Hunden vorging und das Auto holte.

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Das Mini-Göörl hat dreiviertel unserer Wanderung verschlafen und machte just in dem Moment die Augen auf, in denen ich mich hinsetzen wollte, um zu warten.

Wir haben dann alles verstaut und sind zum Sperberhaier Dammhaus gefahren. Da haben wir in unserem Urlaub im letzten Jahr schon einmal gegessen.. die vorhergehende Wanderung war ähnlich aufreibend (ich glaube das gehört dazu) 🙂 Wir hatten einen schönen sonnigen Platz im Biergarten und genossen unser Essen.

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Auch das Mini-Göörl bekam ihren Kinderteller und hat auch gut gegessen (früher lohnte das nie, da blieb die Hälfte über)..

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Um halb drei nachmittags machten wir uns dann wieder auf den Heimweg bzw auf den Weg zu Oma und Opa.

Dabei fluchte diesmal  der Queen-Bändiger ob der ganzen Sonntagsfahrer, die den Harz unsicher machten.. Die gängigen Anlaufziele waren auch wieder hoffnungslos „überparkt“.

Bei Oma und Opa gab es dann wie jeden Sonntag einen Kuchen, der nach der Fahrt auch wieder schmeckte.

Da es ja nicht die erste Tour war, die etwas verunglückt ist, war der Ärger auch abends wieder verraucht.. Aktuell werde ich per Mail wieder zugespamt, weil der Queen-Bändiger eine Tour nach der anderen plant.. Wir nutzen dafür Komoot. Da die GPS-Navigation aber nicht 100% bei unseren Handys laufen habe ich den Erwerb eines professionellen GPS-Gerätes angeregt. Damit wir das nächste Mal auch auf Anhieb den richtigen Weg finden.

In diesem Sinne mit einem feierlichen Queeeeeeeeen und zaghaft mit dem Händchen winkend.. Tschau Tschau

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